Max Emanuel Ainmiller und sein Orpheon
DOI:
https://doi.org/10.15463/gfbm-mib-2024-419Abstract
Max Emanuel Ainmiller (1807–1870), Inspektor der königlichen Glasmalereianstalt, galt seinerzeit als Koryphäe und Erneuerer auf dem Gebiet der Glasmalerei. Ergebnisse seiner Arbeit finden sich in ganz Europa und darüber hinaus. Wenig bis gar nicht bekannt ist allerdings seine Erfindung eines Musikinstruments mit dem Namen Orpheon. Bisher gab es keine organologische Untersuchung oder auch nur veröffentlichte Erwähnung dieses Instruments. Neben einer Kurzvorstellung der Funktionsweise des Orpheon zeichnet der Artikel den Weg nach, auf dem es im Jahr 1907 ins Deutschen Museum gelangte. Dabei werden jene namentlichen Verwirrungen aufgelöst, aufgrund derer es an verschiedenen Stellen fälschlicherweise als Melodion bezeichnet wurde. Auch die in den wenigen Presseberichten geäußerten unzutreffenden Beschreibungen zur Funktionsweise werden mithilfe einer um Detailaufnahmen des Objekts ergänzten neuen Darstellung berichtigt. Die wenigen existierenden Quellen in Form von Zeitungsartikeln werden detailliert ausgewertet und mit den im Deutschen Museum vorhandenen Verwaltungsunterlagen einschließlich Briefwechseln und dem Objekt selbst abgeglichen. Die so erarbeitete organologische Erstbeschreibung des Orpheon erweitert nicht nur das Wissen um die Gruppe gestrichener Tasteninstrumente, indem diese um ein weiteres noch existierendes Exemplar ergänzt wird, sondern bildet die notwendige Grundlage für weitere Forschungen.

